Lexikon: K
Kristallin | Was ist kristallin?
Bei einem kristallinen Stoff nehmen die Teilchen eines Materials eine geordnete Position zueinander ein. Die gefalteten Ketten liegen dann in gefaltetem Zustand nebeneinander. Da Kunststoffe Kettenmoleküle sind, lassen sie sich nur schwer strukturieren. Die meisten Kunststoffe sind daher (teilweise) amorph. Es gibt drei Voraussetzungen, unter denen ein Kunststoff kristallisieren kann: Die Kette muss linear sein (sie darf also keine Verzweigungen aufweisen), die Seitengruppen dürfen nicht voluminös sein und die Kette muss eine regelmäßige Anordnung der Seitengruppen in Bezug auf die Hauptkette aufweisen (Taktizität).
Eine vollständige Kristallisation ist bei makromolekularen Stoffen jedoch nicht möglich. Dies liegt daran, dass die Ketten niemals eine vollkommen regelmäßige Struktur aufweisen und es zwischen den Kettenmolekülen zu Verflechtungen kommt, die das Kristallmuster stören. Neben der kristallinen Phase tritt bei einem Kunststoff daher immer eine amorphe Phase auf. Die Kristallinität wird folglich als prozentualer Anteil des kristallisierten Materials an der Gesamtmenge des Polymers ausgedrückt.